Korruptionsaffäre um den Eurofighter-Verkauf

Eine Korruptionsaffäre belastet in diesen Tagen den Rüstungskonzern EADS. Ein Rüstungsgeschäft mit der Schweiz, um den Verkauf von 15 Eurofightern mit einem Wert von 1,7 Millarden Euro steht schon seit Jahren unter Korruptionsverdacht. Jetzt mehren sich die Verdachtsmomente. Es sind Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft München und Wien bei EADS und früheren Managern angeordnet worden. Wenn sich dieser Verdacht bestätigen sollte, würde die deutsche Industrie um eine Bestechungsaffäre belastet, die auch das Rüstungsunternehmen EADS in große finanzielle Risiken stürzen dürfte.

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Das Geschäft mit Österreich

Hier geht es im speziellen um Gegengeschäfte, die EADS mit österreichischen Unternehmen tätigen mußte, um die Zustimmung Österreichs zum Eurofighter zu erhalten. Aber hier liegt jetzt der Verdacht nahe, dass auch diese Geschäfte nicht korrekt waren. Schmiergelder sollen in beide Richtungen geflossen sein. Zum einen sollen wichtige Amtsträger Österreichs bestochen worden sein, damit sie die Zustimmung zum Eurofighter geben, zum anderen sollen Unternehmen gekauft worden sein, damit sie Gegengeschäfte im Wirtschaftsministerium anmelden, die eigentlich keine waren.

Korruption bei EADS?

Das Ganze soll über Briefkastenfirmen und das Londoner Unternehmen Vector Aerospace gelaufen sein. Und hier kommt Gianfranco Lande, der Gründer von Vector Aerospace, ins Spiel. Und er ist ja bekanntlich kein Unbekannter der italienischen Justiz. Er ist mit viereinhalb Jahren Haft für Anlagebetrug belegt worden. Ein Teil dieser Briefkastenfirmen haben ihren Sitz auf Isle of Man, der irischen Steueroase. Das riecht nach Geldwäsche. Weiterhin besteht der Verdacht, dass reale Geschäfte illegale Zahlungen verdecken sollten. Ein Beispiel ist das Geschäft der österreichischen Aluminiumfirma AMAG, die ein Geschäft mit der EADS-Tochter Airbus über 75 Millionen Euro getätigt hat. Insgesamt wirft diese Affäre auch ein schlechtes Licht auf die Österreichische Volkspartei (ÖVP). Der Waffenlobbyist Mendorff, der interessanterweise mit einer ehemaligen ÖVP-Ministerin verheiratet ist, hat möglicherweise Zahlungen von EADS erhalten, die über Briefkastenfirmen geflossen sind und für die Gegengeschäfte bestimmt waren. EADS selbst ist der Auffassung, dass die getätigten Geschäfte mit Österreich nicht anfechtbar sind. Und EADS hat ja mit dem seinerzeit getätigten Millionen Deal als Gegengeschäft nicht direkt etwas zu tun. Auch sollte EADS innerhalb dieses Geschäftes dem österreichischen Software-Konzern Fabasoft die Gründung eines Büros in München auf Empfehlung der bayerischen Regierung nahegelegt haben. EADS ist weiterhin bemüht, dass sein Image nicht weiter beschädigt und darüber hinaus nicht noch Millionen Verluste verursacht wird.

Bildquelle: Adxing.ning.com