Mr. und Mrs. Fox führen mit ihrem Sohn Ash und ihrem Neffen Kristofferson ein idyllisches Familienleben. Doch nach zwölf Jahren im trauten Heim wird die Beschaulichkeit einfach zuviel für Mr. Fox: Das wilde Tier in ihm gewinnt die Oberhand und der raffinierte Hühnerdieb geht heimlich wieder auf die Jagd. Durch seine alte Leidenschaft bringt er nicht nur seine Familie, sondern auch alle anderen Tiere in Gefahr - denn die Geflügelbauern Boggis, Bunce und Bean sind Mr. Fox schon bald auf den Fersen.
Die drei Bauern sind außer sich vor Wut und scheuen vor nichts zurück, um dem ebenso dreisten wie auch fantastischen Mr. Fox den Garaus zu machen - und die Belagerung durch die Bauern zwingt alle Tiere, unterhalb des Fuchsbaus Zuflucht zu suchen. Doch als es nicht mehr genug Futter für alle gibt, schließen sie sich im Kampf gegen Boggis, Bunce und Bean zusammen - und Mr. Fox heckt mal wieder einen genialen Plan aus, um die tölpelhaften Bauern zu überlisten...
Fazit: Großartige Kinderbuchadaption für ErwachseneZuletzt konnte man den Reiz der Stop-Motion-Technik
– jenes Verfahrens also, bei dem echte Objekte per Hand bewegt werden, um so Bewegungsabläufe entstehen zu lassen – im Zuge von Henry Selicks Animationsfilm "Coraline" bewundern. Während Selick die per Stop-Motion erzeugten Bilder allerdings mit moderner Computeranimation verband und so für sehr flüssige Übergänge sorgte, beschränkte sich Wes Anderson in seinem neuen Werk "Der fantastische Mr. Fox" auf die Anwendung des vermeintlich veralteten Puppentrickfilms. Das mag manch einen Zuschauer anfangs irritieren – denn in Zeiten technisch perfekter Animationsfilme wirken die zackigen und ungeschmeidigen Bewegungsabläufe von Mr. Fox & Co. anfangs etwas ungewohnt. Doch gerade die Tatsache, dass die Figuren nicht perfekt animiert sind, macht den Charme der Inszenierung aus – auch, weil dem Zuschauer mit jeder Szene bewusst gemacht wird, welch enormer Aufwand hinter einer solchen Produktion steht: Mit großer Sorgfalt und einer unfassbaren Liebe zum Detail haben Anderson und sein Team eine eigene kleine Welt aufgebaut, die bis in jede Einzelheit durchdacht erscheint und mit ihren handgemalten Kulissen und sorgsam gestalteten Figuren schwer beeindruckt. Neben der äußeren Form vermag Andersons neues Werk aber auch einmal mehr inhaltlich zu überzeugen. Dies ist natürlich zu einem großen Teil der Buchvorlage von Roald Dahl geschuldet, die von Anderson und seinem Co-Autor Noah Baumbach ("Greenberg") auf stimmige Weise für die große Leinwand adaptiert wurde – gleichzeitig handelt es sich bei der Geschichte über das Auseinanderbrechen und Zusammenfinden einer (Familien)gemeinschaft aber auch um einen Stoff, der sich nahezu perfekt in die Filmographie Wes Andersons einfügt – dysfunktionale Familien waren schließlich schon immer ein Grundthema im Anderson'schen Universum. Mit seinem alles andere als perfekten, zugleich aber hochsympathischen Protagonisten, dem verschrobenen Humor und dem poetisch-melancholische Unterton der Erzählung wird Roald Dahls Kinderbuch zu einem wunderbaren Märchen für Erwachsene, das unverkennbar die Handschrift von Regisseur Wes Anderson trägt. Gemeinsam mit dem großartigen Soundtrack und den brillanten Sprechern – größtenteils alte Bekannte aus den bisherigen Anderson-Filmen – machen diese Zutaten die Romanadaption zu einem einzigartigen Filmerlebnis, das vor allem in der Originalversion absolut sehenswert ist.