Antichrist
Im KinoKinostart: 05.11.2009

Antichrist

Kontrovers diskutiertes neues Werk des dänischen Regisseurs Lars von Trier ("Dancer in the Dark", Dogville"): Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg, die für ihre Leistung mit der Silbernen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde, spielen die Hauptrollen in dem drastischen Psychothriller.
Horror/Drama D/F/DK/2009 104 min.
Darsteller: Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe Regie: Lars von Trier


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Ein trauerndes Paar zieht sich in ihre einsame Hütte "Eden" in den Wäldern zurück. Nach dem Tod des kleinen Sohnes hoffen die beiden, dort ihre gebrochenen Herzen heilen und ihre kriselnde Ehe retten zu können.

Sie kämpft nach dem Tod des Kindes mit Trauer und Schuldgefühlen, die in ihr eine Depression hervorrufen. Er ist Psychiater und will sie dort im Wald, vor dem sie sich so sehr fürchtet, therapieren.

Doch er muss bald erkennen, dass sehr viel mehr hinter dem Verhalten seiner Frau steckt - und in der Abgeschiedenheit der Hütte stürzen beide bald in eine Spirale aus Sex und Gewalt…

Fazit: Provokant, aber faszinierend

Lars von Triers neues Werk spaltete die Journalistenwelt bereits bei der Uraufführung in Cannes und sorgte für heftige Kontroversen. Man kann es den Kritikern nicht verdenken: Mit "Antichrist" hat von Trier eine ziemlich schwer verdauliche Mischung aus Horrorfilm, Beziehungsdrama und Psychostudie inszeniert, die mit ihren expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen nichts für schwache Gemüter ist. Das Böse und Unkultivierte in der Natur - in Fauna, Flora, aber auch in jener des Menschen - ist zentrales Thema des Films und wird in gleichermaßen grausamen wie poetischen Bildern ausgiebig zur Schau gestellt. Dabei verwehrt sich von Triers vielschichtiges Werk eindeutigen Interpretationsversuchen und bietet in den drei Kapiteln "Trauer", "Schmerz" und "Verzweiflung" zahllose Motive und Anknüpfungspunkte. Von bisweilen plakativer Symbolik, Horrorzitaten und mythologischen Querverweisen macht der Regisseur reichlich Gebrauch - und mitunter wirkt seine über-ästhetisierte, symbolüberfrachtete und von ästhetischen Selbstverweisen durchsetzte Inszenierung, in der sich Schockszenarien mit fast albernen Momenten abwechseln, etwas zu gewollt provokativ. Nichtsdestotrotz vermag "Antichrist" zu faszinieren - zum einen wegen der intensiven Darstellerleistungen, vor allem aber aufgrund der schier atemberaubenden Aufnahmen: Die immense Schönheit der grandios komponierten Bilder kontrastiert auf spannende Weise mit den brutalen Gewaltszenen und schafft eine einzigartige Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Man wird das Kino vielleicht zwiegespalten verlassen - um eine einmalige Erfahrung ist man nach "Antichrist" aber immerhin reicher.



  • Kritiken
"Groteske Genre-Übung"
Nicht mehr als eine zur Groteske aufgeblasene Genre-Übung: Wie die Reaktionen belegen, genügen offenbar eine mittelprächtige Anwendung der ungustiösen Mittel derzeitiger Folterhorrorfilme und ironisch überhöhte Frauenfeindlichkeit als Bürgerschreckstrategie.
"So spekulativ wie sublim"
Lars von Trier ist ein exzellenter Spieler, der den Wechsel zwischen Filmflachland und Metaebene beherrscht wie kaum jemand sonst. In seiner Mischung aus Angstlust, Horrorpornografie und Kunstanspruch ist "Antichrist" so spekulativ wie sublim, eine Absurdität an der Schnittstelle von Einfalt und Raffinement.
"Der Darsteller wegen ein Erlebnis"
In diesem Traum, der zum Alptraum mutiert, faszinieren Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg mit einem Exhibitionismus, der den Atem stocken lässt - auch wenn man dem Film einige unausgegorene Gedanken vorwerfen mag, die beiden muss man gesehen haben.


Kinos und Spielzeiten
Dieser Film startet am 05.11.2009 in den österreichischen Kinos. Die aktuellen Spielzeiten finden Sie daher ab dem 05.11.2009 auf dieser Seite.
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