 |
|
 |
Im Kino Kinostart: 23.10.2009
Weltbeststellerverfilmung von Regisseur Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern"): Johanna Wokalek übernimmt die Hauptrolle in dem Historienepos über das Leben der Johanna, die als Papst Johannes Anglicus im 9. Jahrhundert die katholische Kirche lenkte und damit zur Legende wurde.
Drama, Historie D/GB/I/2009 148 min.
Darsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Anatole Taubman, Jördis Triebel Regie: Sönke Wortmann
|
|
In welchem Film über die RAF spielte Johanna Wokalek die Terroristin Gudrun Ensslin?
|
|
Im Jahr 814 nach Christi ist Johanna zu einem Leben als Frau verdammt. Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt: arbeiten, Kinder kriegen und früh sterben. Doch Johanna lehnt sich auf, gegen den strengen Vater, gegen die Regeln der Kirche, für ihre Überzeugung und ihren Glauben - denn sie spürt, dass ihre Bestimmung eine andere ist, dass Gott ihr einen anderen Weg weist. Doch der Preis dafür ist hoch.
In Dorstadt besucht Johanna die Domschule und begegnet Graf Gerold, einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Aus ihrer Freundschaft wird Liebe. Als Gerold in den Krieg zieht, trifft Johanna eine folgenreiche Entscheidung: Unter dem Namen Bruder Johannes tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster Fulda ein und lebt dort als heilkundiger und geachteter Arzt. Als ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie nach Rom.
Dort trifft sie Gerold wieder und bemerkt, dass sie eines nicht länger verleugnen kann: ihre Liebe, die stärker ist als die Angst, durchschaut zu werden. Während Johanna weiter in der kirchlichen Hierarchie aufsteigt, wird die Gefahr der Entdeckung immer größer. Als Papst Sergius stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt - doch ihre Feinde warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen...
Fazit: Wenig überzeugende Bestseller-Verfilmung
Wie wandlungsfähig sie ist, hat die deutsche Schauspielerin Johanna Wokalek in der Vergangenheit schon des Öfteren bewiesen: Als Psychiatriepatientin in Til Schweigers "Barfuss" beeindruckte sie Kritiker und Publikum ebenso wie mit ihrer Darstellung der RAF-Terroristin Gudrun Ensslin in "Der Baader Meinhof Komplex" oder ihrer Hauptrolle im mehrfach prämierten Heimatfilm "Hierankl". So verwundert es kaum, dass die 34-Jährige mit ihrer neuesten Arbeit einmal mehr die Herausforderung suchte und auch nicht davor zurückschreckte, sich für die Rolle der Päpstin Johanna eine echte Tonsur verpassen zu lassen. So viel Engagement ist sicher lobenswert - ändert aber letztlich nichts daran, dass die talentierte Darstellerin in ihrem neuen Werk nicht so recht zu überzeugen vermag. Fairerweise muss gesagt werden, dass dies allerdings wohl weniger an Wokalek selbst liegt, sondern vielmehr den vorhanden Schwächen von Drehbuch und Inszenierung geschuldet sein dürfte: Denn anstatt einen eigenen Zugang zu finden, orientiert sich der Film eng an seiner literarischen Vorlage und hakt brav die wichtigsten Stationen des Romans ab - was angesichts der Ereignisdichte nicht unbedingt von Vorteil ist: Neben einem bisweilen recht unplausiblen und hanebüchenen Handlungsaufbau hat darunter vor allem die Figurenzeichnung zu leiden, und so wirkt Hauptdarstellerin Johanna Wokalek in der auf TV-Niveau befindlichen Mischung aus Liebesmelodram und Historienepos einfach unterfordert. Trotz kleiner Lichtblicke wie dem gewohnt großartigen John Goodman oder der prunkvollen Ausstattung vermag "Die Päpstin" daher nicht wirklich zu überzeugen - statt sein Geld für ein Kinoticket auszugeben, sollte man also besser auf die Fernsehausstrahlung der Bestsellerverfilmung warten.
|
|
|
|
|
Bieder? Unsinn! Kein Hollywood, trotzdem aber gut gemacht! |
 |
|
Ich kenne die Romanvorlage, die dunklen Figuren in dieser Geschichte. Das Buch handelt um die ständigen Konflikte, denen Johanna als Mädchen und junge Frau entgegentritt - wie auch im Film gut dargestellt -, welche schlussendlich als Kirchenoberhaupt in der Person des Anastasius gipfeln, welcher sie nichts weniger als vernichten will.
Johanna Wokalek spielt das bezaubernde Genie wunderschön, auch die Figur ihres Ritters Gerolt wird authentisch verkörpert. Obwohl Überlängefilm schien er mir ausnahmsweise nicht zu lang - es gibt ja viel Stoff zu erzählen -, allein die bösen, dunklen Momente, Figure in der Romanvorlage scheinen nicht so intensiv und böse im Film wie im Buch.
Es sind eher Nobodys, welche die Rollen der Gegener Johannas einnehmen und so ein bißchen die Bedrohlichkeit und Spannung missen lassen.
Dennoch: die 122 Minuten zahlen sich in jedem Fall aus! |
|
von Grano am 01.11.2009 12:06
|
|
|
|
|
|
|
 |
Trailer in Fullscreen
Werbung
Kinos und Spielzeiten
|
 |